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Oben im Bild seht ihr den Qi-Gong Dress, den ich mir vor fast 15 Jahren für fast 15 Mark in Hong Kong geakuft habe. Es gibt ihn jetzt auch bei Euch zu Hause. Dort heißt er Taiji-Anzug und kostet fast 150 DM (Genauer gesagt 149,50). Mei, sind die Preise gestiegen. Ob das wohl an der Übernahme Hong Kongs liegt ? Man kann darin also Qi-Gong und Taijiquan machen und -was das neueste ist, auch als Linienrichter im britischen Fußball arbeiten, wie das Model (im Anzug nicht inbegriffen) deutlich darstellt. Prima. Auch können sich in Bayern jetzt Privatheime ein chinesisches Dächlein installieren und sich "Deutsch-Chinesische Forschungsakademie für traditionelle chinesische Medizin" nennen, solange man das auf Chinesisch schreibt, und es keiner lesen kann. Man klebt zur besseren PR noch ein paar alte Photos von Bekannten aus der vorvorletzten Chinareise auf den Prospekt, und ta-daa! schon sieht alles sehr seriös und spendenheischend aus. Da uns die anderen Herren unbekannt waren, fragten wir zumindest hier vor Orte mal unseren ehem. Direktor des Nan-Kai Krankenhauses WU Xian-Zhong, einen alten TCMler, der in den 70ern mit seinen bahnbrechenden TCM-Appendizitis-Behandlungen ohne Operation bekannt wurde, ob er denn wüßte, das sein Konterfei eine deutsche Broschüre schmückt (leider wird er dort als Direktor der Tianjiner Nan-Kai Universität bezeichnet- tss-tss... auch schlecht recherschiert) und siehe da: Der schon seit Jahren im Ruhestand befindliche Dr. Wu war recht überrascht, was so alles mit seinem alten Photo getrieben wird. Da hat wohl jemand zuviel vom guten Kulminator-Bockbier getrunken. Wenn ich das nächste Mal in Nanning bin, werde ich auch mal nach dem Originator eines weiteren Prospektphotanten fragen.... Nachdem TEST ja nun die schreckliche Wahrheit über grünen Tee ans Licht gezerrt und dort gründlich und grell beleuchtet hat (s.u.), wissen wir ja alle, daß es nur noch eine Rettung für unsere durch überextrem gesunde Lebensweise angeknackste Gesundheit gibt: Nämlich PU-ERH-Tee!!! Manchmal auch Pu Er oder "Puuh! ÄÄRH!!" geschrieben (reine Geschmacksfrage). Dieser schon von Li Shi-Zhen im Ben Cao Gang Mu aufgeführte durch Nachfermentierung in geschlossenen Tongefäßen gereifte Schwarztee (je nach Feuchtigkeit des Tongefäßes auch mal mit Geschmacksvarinate Schimmel) wird seit jeher in China bei fetten Speisen geschätzt, weil er bei der FETTVERDAUUNG HILFT. Daß er auch vorhandenes Körperfett abbaut, ist mir (und etwa einem weiteren Viertel der Menschheit) gänzlich neu.Und ich habe ihn einmal einen ganzen Winter über täglich getrunken. Großer ShangDi! habe ich ein Glück gehabt - ich hätte schmelzen und mich ja völlig wegreduzieren können, uff. Weniger gefährlich ist da sicher ein schlankmachender Algenbrei aus China (mit einem echten japanischen Model), da wie wir TCMler ja wissen, die Arzneipflanzen Kun Bu und Hai Dai Ansammlungen und abdominale Massen beseitigen können. Daß mit "abdominalen Massen" in Wahrheit Fettansammlungen und Bierbäuche gemeint sind, haben wir alle nicht geahnt, was ? Aber bei der Chefin des Pruduktvertriebs hat es ja hervorrragend gewirkt, wie sie uns in der Werbung erzählt. (Komisch: Warum muß ich gerade JETZT an das alte chinesische Sprichwort denken: Melonenhändler, wenn gefragt, verkaufen alle immer nur süße Melonen...). Aber die Idee ist gut: Statt das fischig-schmeckende Zeug zu schlucken, schmieren wir es uns einfach auf den Bauch. Endlich haben wir die Lösung für alle, die sich beschweren, daß unsere Rezepturen zu bitter schmecken: Bei Kopfschmerz auf die Glatze reiben und bei Hämorrhoiden einfach hineinsetzen. Ich habe da noch einer weiterführende Idee: Ich photokopiere meine Akunadeln und lasse die Patienten die Kopien auf die Punkte aufkleben (oder besser als Pappmaschee einmassieren ?). Leute- die Zukunft der TCM in Deutschland sieht super aus! Nachdem wir nun in den letzten Newsflashs versehentlich über die gesundheitlichen
Vorteile des Tees berichtet hatten, und sämliche Gazetten der Regenbogenpresse voller
Lobpreis und Eifer waren, allen die gute Nachricht zu verkünden, kommt natürlich auch
endlich mal jemand auf die Idee, die Nachteile zu beleuchten. Wie ausgewogen. Na also! Anmerkung: Der Autor diese Artikels trinkt schon seit 27 Jahren tägliche
unsägliche Mengen von grünen Tee, leidet aber weder unter Diabetes oder Fettleibigkeit,
noch unter hohen Leberwerten oder Fettleber durch Alkohol, und wird auch noch den Rest
seines langen Lebens weiter so verfahren, wenn er nicht vorher an Pestizidvergiftung
(durch grünen Tee) oder Matschhirn (durch lesen von bestimmten Zeitschriften) zugrunde
gehen sollte... Unverantwortlich (wie immer) für die hier genannten Meinungen im Sinne des Urrgheberröchels: Yuan Chu, Meister (meistens) |
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